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Recruiting auf Augenhöhe

Personalberater mit MINT-Background stoßen bei MINT-Fach- und Führungskräften auf höhere Akzeptanz

Autor: Dr. Albert Lehmeyer, Partner SELECTEAM Deutschland GmbH, Münster/München

Für viele Experten bilden die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die Krux ist dabei nur, dass es zu wenige Fachkräfte in diesem Bereich gibt und das nicht erst seit gestern. Ende Oktober 2018 waren hierzulande in den MINT-Berufen knapp 490.000 Stellen zu besetzen. Selbst wenn man alle Frauen mit einem MINT-Abschluss, alle arbeitslosen MINT-Akademiker und alle MINT-Hochschulabsolventen eines Jahres in Lohn und Brot bringen würde, wäre die Lücke nicht zu schließen.

Gewaltige Herausforderung für die Wirtschaft
Dieser Engpass an naturwissenschaftlich-technischen Fachkräften stellt die Unternehmen vor ernsthafte Probleme, da sie für die Entwicklung, Produktion und Erhaltung der Wirtschaftsgüter elementar wichtig sind. Schon heute wirkt sich der Mangel an Fachkräften aus dem MINT-Bereich wachstums- und innovationshemmend auf die deutsche Volkswirtschaft aus. Die Rekrutierung entsprechender Fachkräfte stellt für die Wirtschaft insgesamt, speziell für die hochinnovativen Branchen der MuE-Industrie, eine gewaltige Herausforderung dar.

Unternehmen hecheln der Entwicklung hinterher
Die Ursachen für diese Entwicklung sind soziographischer Natur und liegen einerseits an der konstant tiefen Geburtenrate und dem mangelnden Interesse für MINT-Studiengänge – vor allem bei jungen Frauen. Andererseits sorgt die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft dafür, dass die Personalabteilungen dieser Entwicklung nur hinterherhecheln können. Alleine im Vergleich zu 2017 ist der Bedarf an MINT-Fachkräften heute um 13,1 Prozent gestiegen.

Vor diesem Szenario brennt den Unternehmen eine Frage ganz besonders unter den Nägeln: Wie sieht der beste Weg aus, die benötigten MINT-Fachkräfte zu rekrutieren? Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig und verlangt vom Recruiter, die Bedürfnisse dieser Fachkräfte zu erkennen und zu verstehen und diese Erkenntnis in den Rekrutierungsprozess einfließen zu lassen.

Komfortable Arbeitsmarktsituation für MINT-Fachkräfte
Angesichts der komfortablen Arbeitsmarktsituation in Verbindung mit einem mittel- und langfristig demografisch bedingten Rückgang der Studierendenzahlen verhalten sich die MINT-Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt sehr träge. Die beschäftigten MINT-Kräfte genießen nicht nur sehr gute Arbeitsbedingungen, sondern erzielen auch besonders hohe Löhne. Dies zeigt sich bereits bei den Einstiegslöhnen und setzt sich im weiteren Berufsleben mit überdurchschnittlichen Löhnen fort. Je länger ein MINT-Akademiker im Berufsleben steht, desto weniger steigern finanzielle Anreize die Attraktivität eines potenziellen neuen Arbeitgebers. Da MINT-Akademiker häufiger als andere Akademiker in Führungspositionen tätig sind, spielen die berufliche Weiterentwicklung und der bei den Ingenieuren bestehende Wunsch nach Führungspositionen sowie die Flexibilität des Arbeitsplatzes im Rahmen der beruflichen Perspektiven eine große Rolle. Zudem gehören die MINT-Experten zu der Spezies der Werktätigen, die sich selten bis gar nicht auf geschaltete Anzeigen melden. Sie sind untereinander gut vernetzt und wechseln den Arbeitsplatz, eher auf persönliche Empfehlung von Freunden und Studienkollegen.

Längere Besetzungszeiten und hohe Opportunitätskosten
Die für die MINT-Fachkräfte komfortable Arbeitssituation hat für die Unternehmen zur Folge, dass die Besetzungszeiten (Time-to-hire) immer länger werden und die Opportunitätskosten, die durch die Nicht-Besetzung einer Stelle entstehen, in die Höhe schießen, je länger die Vakanz dauert. Für viele Unternehmen ist daher die Einschaltung eines Personalberaters die Ultima Ratio, denn die hier notwendige Ansprache von wechselbereiten, jedoch nicht aktiv suchenden Kandidaten ist durch die hauseigene Personalabteilung in der Regel nicht zu leisten und eine Stellensuche über Anzeigen nach dem Motto Post & Pay nicht zielführend.

Fachliche und persönliche Voraussetzung des Personalberaters
Ein professioneller Personalberater kann aufgrund seiner Erfahrung, seiner Branchenkenntnisse und seines Netzwerks nicht nur die Time-to-hire verkürzen, sondern auch helfen, teure Fehlbesetzungen zu vermeiden. Um erfolgreich in diesem Marktsegment zu agieren, muss der Headhunter allerdings einige persönliche und fachliche Voraussetzungen erfüllen.

Erfahrungsgemäß haben Personalberater, die selbst einen MINT-Studiengang absolviert haben und im MINT-Management und -Consulting tätig waren, eindeutig Vorteile. Sowohl bei den potenziellen Kandidaten als auch bei den Unternehmen stoßen sie aufgrund ihres Insiderwissens auf eine wesentlich höher Akzeptanz als ein Berater ohne den fachlichen und beruflichen Background. Da sich der Personalmarkt speziell im MINT-Umfeld zu einem Kandidatenmarkt gewandelt hat, sehen sich die Unternehmen mit der Rolle als Bewerber um die passiven, beruflich erfolgreichen MINT-Fachkräfte konfrontiert. Für den Berater bedeutet der Paradigmenwechsel, dass er in der Direktansprache zum Botschafter des Unternehmens wird. Kommunikationsstärke, Standing, Vertrauenswürdigkeit und das Agieren auf fachlicher Augenhöhe sind die Grundbausteine eines erfolgreichen Personalberaters im MINT-Umfeld.

Bedarfsorientierter Mix erforderlich
Spezialisierte MINT-Personalberater kennen die beruflichen Herausforderungen und kennen die Online- und Offline-Kontaktpunkte, über die erfolgreich bei den MINT-Kollegen die notwendigen Trigger gesetzt werden müssen, um potenzielle Kandidaten für einen neuen Job zu interessieren.

Entscheidend für den Erfolg ist ein bedarfsorientierter Mix aus Direktansprache, Networking, Campusmarketing, Social Media Recruiting über XING und LinkedIn sowie Branchen-Insider/ Experten- Interviews. Karrieremessen für Berufseinsteiger auf dem Campus einer Hochschule oder Fachmessen sind die idealen Orte und Anlässe für die Kontaktaufnahme zu potenziellen Kandidaten. Alle diese Möglichkeit müssen aktiv genutzt werden und gehören zu den To-Do“s einer erfolgreichen, professionellen Rekrutierungsstrategie.

Persönlicher, nachhaltiger und fachlicher Ansatz gefragt
Trotz der in Zeiten zunehmender Digitalisierung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche wichtigen Trends und Innovationen im Bereich Metasuchmaschinen und Robot-Recruiting bleiben das Gespräch auf Augenhöhe, ein auf Nachhaltigkeit ausgelegter Denkansatz, strukturierte Interviews und Insider-Gespräche das Maß der Dinge. Denn keine Digitalisierungstechnologie kann dem Kandidaten die Angst vor einem Wechsel aus seiner Komfortzone in eine neue Herausforderung nehmen, ein professioneller Personalberater mit entsprechendem beruflichen- und fachlichen Background und umfangreichen Branchenkenntnissen schon.

Hire character – train skills
Gleichwohl ist der Berater als Mittler und Moderator zwischen dem Unternehmen und dem Kandidaten auf ein authentisches Employer Branding des Unternehmens angewiesen. Unternehmen müssen sich darüber Gedanken machen, wie sie die Erwartungen der MINT-Fachkräfte an ihren Wunscharbeitgeber erfüllen können. Hierfür muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, wie es sich für die MINT-Fachkräfte attraktiv und differenzierend präsentiert. Ein Schlüssel zur Gewinnung und Bindung vor allem weiblicher MINT-Fachkräfte liegt in der Gewährleistung einer ausgewogenen Work-LifeBalance.

Gerade im MINT-Segment könnte aufgrund des Fachkräftemangels zudem der Ansatz Hire character- train the skills (Marcus Reif-HR Experte und Blogger) zumindest teilweise das Personalproblem lösen. Dem Ansatz liegt die Überzeugung zugrunde, dass es auf Persönlichkeit, Verhaltensweisen und die Adaptionsfähigkeit ankommt, und der Mangel an fachlicher Expertise durch ein maßgeschneidertes Training leicht überwunden werden kann. Es ist viel einfacher, Menschen mit der richtigen Einstellung zu engagieren und ihnen Schulungen zu bieten, die ihnen helfen, ihre zukünftigen Aufgaben zu erledigen, als eine fachliche Koryphäe ständig anschieben zu müssen.

Ein MINT-Berater sollte es schon sein
Durch die Beauftragung eines auf MINT-Fachkräfte spezialisierten Personalberaters profitieren Unternehmen von dessen umfassender Kenntnis der aktuellen Arbeitsmarktlage und einem in langen Jahren gewachsenen Netzwerk. Der akademische Abschluss in einem der MINT-Fächer und seine exzellenten Branchenkenntnisse ermöglichen ihm eine vertrauensvolle, nachhaltige Kommunikation auf Augenhöhe mit dem potenziellen Kandidaten. Seine langjährige Erfahrung als Personalberater und seine fachliche Kompetenz garantieren die Auswahl eines passgenauen Kandidaten, verkürzen die Time-to-hire, reduzieren die damit im Zusammenhang stehenden Opportunitätskosten und verhindern teure Fehlbesetzungen.

Vita Dr. Albert Lehmeyer
Dr. Albert Lehmeyer studierte Physik mit dem Schwerpunkt Festkörperphysik und Materialwissenschaften in Münster und München. Während seiner Promotionsphase sind zahlreiche auch heute noch zitierte wissenschaftliche Publikationen im Bereich Magnetooptik erschienen.

Danach sammelte er vielschichtige Management-Erfahrungen als Technischer Projektmanager (Bayer AG), Produktmanager (Medizintechnik), Sales Manager (Messtechnik) sowie als Geschäftsführer eines Weiterbildungs-Institutes.

Seit 2008 war er zunächst erfolgreich als Marketing- und Technologie- Berater unterwegs, bevor er seine Leidenschaft für alle Facetten der systemischen Personalberatung entdeckte.

Kandidaten und Kunden schätzen den lösungsorientierten Dialog mit Dr. Lehmeyer, der stets auf Augenhöhe, Mehrwert und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Er kann im Zuge der Direktansprache von Spezialisten und Führungskräften bei Bedarf auf handverlesene Netzwerke in der D-A-CH Region sowie in den Niederlanden, Italien, Polen, UK und in den USA zurückgreifen.

Seit Oktober 2018 verstärkt Dr. Lehmeyer SELECTEAM als Personalberater und Partner an den Standorten München und Münster.

Seine Branchen-Expertise umfasst u.a.: High Tech Unternehmen ( MINT ), Messtechnik, Medizintechnik, Photonik, Lasertechnologie, Nanotechnologie, Industrie 4.0, Internet of Things, Chemische Industrie, Energieversorgungsunternehmen, Sensorik, Automatisierungstechnik, Umwelttechnik.

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Source: PR-Gateway